Warum eigentlich „Daseinsfreu.de“?
Ein Name, über den viele stolpern. Hier steht, wie er entstanden ist — und warum er nicht bedeutet, dass bei mir immer die Sonne scheint.
Vielleicht ging es Dir wie vielen, und Du bist beim Lesen kurz gestolpert. Irgendwo zwischen „freu“ und „de“. Komisch, oder? Warum macht sie das? Mir hat sogar schon jemand geraten, den Namen zu ändern.
Eines vorweg: Ich will damit nicht sagen, dass bei mir immer alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre. Eher im Gegenteil. Der Name ist das Ergebnis eines langen Weges — und den erzähle ich Dir hier.
Das Gefühl, nicht richtig zu sein
Seit ich denken kann, gab es in mir ein bestimmtes Gefühl: irgendwie komisch zu sein. Nicht richtig. Der Eindruck, dass mit mir etwas nicht stimmt. Manchmal dachte ich, ich hätte eine eigenartige Krankheit und keiner sagt es mir. Oder ich sei am falschen Ort gelandet, und das Ganze sei ein großes Versehen. Woher das kam, kann ich bis heute nicht genau sagen. Nur, dass es da war.
Weil ich also nicht richtig war, habe ich mich sehr bemüht, richtig zu sein. Mich anzupassen. Zu gefallen. Dazuzugehören. In der Grundschule war ich brav und habe alles vermieden, was hätte auffallen können. Mich zu melden oder von einer Lehrerin angesprochen zu werden, war mir zutiefst unangenehm.
Dann starb mein Vater. Plötzlich, bei einem Verkehrsunfall. Ich war vierzehn. Zu den massiven Selbstzweifeln kamen Schuldgefühle und die Frage, ob es irgendwie an mir lag. Heute ist mir klar, dass es das nicht tat. Damals, in einer Familie, in der Tabuthemen nicht offen besprochen wurden, wusste ich das nicht. Und wie so vieles habe ich es für mich behalten.
Weglaufen, in alle Richtungen
In der Jugend habe ich die Unsicherheit mit Coolness überspielt und ausgiebig in Alkohol ertränkt — eine damals durchaus hilfreiche Strategie, derer ich mich über viele Jahre bedient habe.
Nach außen lief es trotzdem. Schule, Ausbildung, Abschlüsse, teils sogar mit Auszeichnung. Leicht gemacht habe ich es mir nie, konsequent war ich immer: Neben Schule und Ausbildung habe ich gearbeitet, meist als Kellnerin. Meine Leistungskurse waren Chemie und Französisch. Sicher geschah einiges davon aus dem Drang heraus, endlich dazuzugehören und richtig zu sein.
Nach dem Abitur wollte ich reisen. Einen Sponsor hatte ich nicht, also habe ich die fast fünfmonatige Reise nach Australien selbst finanziert und so organisiert, dass ich unterwegs für Kost und Logis arbeiten konnte. Rückblickend war das eine Wahnsinns-Bereicherung — und gleichzeitig eine willkommene Gelegenheit auszubrechen. Einfach weg von allem.
Vielleicht wollte ich deshalb überall bleiben, wo ich hinkam. Zurückzukehren fiel mir jedes Mal schwer. Viel später habe ich verstanden, warum mir das nie geholfen hat: Ich war ja immer dabei. Meine innere Zerrissenheit und meine Selbstzweifel auch.
Der Ruf der Großstadt
Berlin hatte mich schon auf einer Klassenfahrt umgehauen. Ab da wusste ich: Diese Anonymität, diese Verrücktheit, diese Möglichkeiten — das will ich haben. Nach meiner ersten Berufsausbildung in Landau in der Pfalz bin ich hin. Berlin hat mir lange wirklich gut getan; ich durfte viele großartige Menschen kennenlernen und meinen Weg finden.
Von der ersten Anstellung ging es an die Uni, hinein ins Grundstudium Biochemie. Und auch dort konnte ich nicht bleiben. Zum ersten Mal habe ich gespürt: So sehr mich die Naturwissenschaft fasziniert — mein Herz schlägt woanders. TCM, indianische Medizin aus Südamerika und ähnliche Themen, denen ich an der Uni zum ersten Mal begegnet bin, haben mich viel stärker angezogen. Nach dem Vordiplom ging es zurück in meinen Beruf — und gleichzeitig in die Heilpraktikerschule.
Ein Abend, der alles gedreht hat
Während dieser nebenberuflichen Ausbildung las ich von einer kostenfreien Informationsveranstaltung, die ein indianischer Medizinmann gab. Ich hatte weder Zeit noch Energie für irgendetwas Zusätzliches. Trotzdem gab es diesen Drang, nach einer randvollen Woche spätabends quer durch die ganze Stadt zu fahren.
Der Raum war brechend voll. Was von diesem Mann und den Menschen um ihn herum ausging, hat mich so angezogen, dass mir noch am selben Abend klar war: Das will ich auch. Wie das gehen sollte, wusste ich nicht — mein Kalender war voll, mein Konto nach Reisen und selbst finanzierter Ausbildung nicht sonderlich prall gefüllt. Und doch wusste ich, dass ich diesen Weg gehen muss. Kurze Zeit später war ich Teil der neuen Ausbildungsgruppe.
Ein Weg ohne Abschluss
„Ausbildung“ ist dafür eigentlich das falsche Wort. Es gab nichts zu erwerben, keine Qualifikation, keinen Abschluss. Das wurde mir erst viel später klar — wahrscheinlich gut so, wer weiß, ob ich sonst überhaupt losgelegt hätte. Anfangs wollte ich nämlich auch hier „etwas werden“.
Dieser Weg hat mein Leben in den vergangenen mehr als dreizehn Jahren komplett verändert. Nach und nach durfte ich erkennen, dass ich doch richtig bin. Und ich habe verstanden, woher der Schmerz, die Selbstzweifel und das Gefühl, nicht zu genügen, eigentlich kamen. Vieles durfte heilen.
Beendet ist diese „Ausbildung“ bis heute nicht. Es ist ein Weg der Erkenntnis, der Erfahrung und der Bewusstseinsentwicklung. Und er verlangt von mir, gnadenlos ehrlich zu sein — vor allem mir selbst gegenüber. Du kannst mir glauben, dass das im jeweiligen Moment alles andere als Freude erzeugt.
Er hat mir den Schmerz gezeigt, die Zweifel, den Neid und all die anderen Eigenschaften, die ich mir selbst nicht eingestehen wollte. Und er hat mir erlaubt, sie zu sehen, anzunehmen und zu integrieren. Ein Weg der Heilung. Ein Medizinweg — wobei „Medizin“ hier etwas ganz anderes meint als das, was in der Apotheke steht.
Was Selbstliebe für mich heißt
Selbstliebe ist die wichtigste und größte Liebe, die wir in diesem Leben erfahren können. Sie hat für mich nichts zu tun mit übertriebener Arroganz, einem riesigen Ego oder Selbstzentriertheit.
Selbstliebe heißt für mich: mich annehmen, wie ich bin. Mit meinem Licht und mit meinem Schatten. Denn beides ist in mir, und beides hat seine Daseinsberechtigung. In einer Welt der Polaritäten gibt es nun einmal immer den einen und auch den anderen Pol.
Ganz zurück zu mir
Genau das anzuerkennen ist die größte „Medizin“, die ich bis heute erfahren habe. Und es ist die Medizin, die ich inzwischen immer mehr mit anderen teile. Denn mein wahres Potenzial kann ich nur entfalten, wenn ich mich mit mir, meinen Themen und auch meinem Schatten auseinandersetze. Daraus schöpfe ich die eigentliche Kraft.
Wenn ich ganz zu mir zurückgehe — hinein in meinen Schmerz, hinein in meine Freude, hinein in mein Herz, in alles, was ich bin — und wahrhaftig erlebe, dass genau darin meine Kraft liegt, dann empfinde ich Daseinsfreude.
Ich erfreue mich an meinem Dasein. Immer mehr, in jedem Moment — auch in jenen, die mein Kopf als möglicherweise unattraktiv oder unschön bewertet. Denn tief in mir weiß ich, dass jeder Moment ein Moment auf meinem Weg ist, aus dem ich lernen und wachsen kann. Darin besteht mein Lebenssinn. Und das heißt für mich Daseinsfreu.de.
Und warum ich Dir das erzähle
Meine große Vision ist, mehr Heilung, Selbstliebe und Daseinsfreude in die Welt zu bringen. Diesen wundervollen Planeten ein Stück lebenswerter zu machen — und das Leben jener, mit denen ich arbeiten darf, leichter und erfüllter.
Es lohnt sich so sehr, den eigenen Weg zurück zu Dir einfach mal anzufangen. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, und viele kleine Schritte summieren sich irgendwann zu einer beachtlichen Strecke. Entlang des Weges warten wundervolle Erfahrungen.
Du musst diesen Weg nicht allein gehen
Wenn Du spüren willst, ob eine Zusammenarbeit mit mir für Dich passt: Wir sprechen bis zu 30 Minuten miteinander, kostenfrei und unverbindlich. Ohne Wartezeiten — bei mir gibt es nur individuelle Termine.