Daseinsfreude Blog

Alles psychosomatisch?


Vielleicht kennst du das selbst, oder du kennst jemanden, dem es so geht.
Da sind Symptome, etwa Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen, unerklärliche Gelenkschmerzen, verringerte Stresstoleranz oder Konzentrationsfähigkeit, Probleme mit dem Darm, deinem Zyklus etc.
Also geht man zum Arzt, um herauszufinden, was das Problem ist. Da werden mehr oder weniger viele Untersuchungen gemacht, mit Sicherheit eine Blutabnahme, vielleicht und abhängig vom Problem auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, oder MRT. Und das Ergebnis ist im Endeffekt: keine Auffälligkeiten, alles gut... Also ist das Problem psychosomatischer Natur.
Aber ist das wirklich so?


Psychosomatik: was ist das eigentlich?


Die Psychosomatik beschäftigt sich mit dem Einfluss psychischer und sozialer Faktoren auf den Körper. Dabei geht es um die Wechselwirkungen von Psyche und Körper. Psychosomatischen Erkrankungen können zum Beispiel Krisen, traumatische Erlebnisse, seelische Belastungen, und/oder körperliche Beschwerden auslösen und/oder verstärken.


Was sind psychosomatische Erkrankungen
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Welche Ursachen haben psychosomatische Beschwerden?


Ein allgemeines Erklärungsmodell betrachtet die Anforderungen und Belastungen eines Menschen, und seinen Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Bei psychosomatischen Erkrankungen/Beschwerden können die bekannten Bewältigungsstrategien nicht mehr wirksam eingesetzt werden. Weil die Belastungen sehr groß sind und lange andauernden. Es kann aber auch sein, dass bereits bei geringeren Belastungen/Anforderungen die betreffende Person für längere Zeit aus der Balance gerät. Einfach, weil die individuellen Voraussetzungen ungünstig sind.

Nun ist es so, dass auch körperliche Erkrankungen bzw. Störungen die Psyche stark belasten können. Dann spricht man auch von somatopsychischen Reaktionen.

Persönlich gehe ich sogar so weit zu sagen, dass psychische Symptome wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen aber auch Themen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Schlafstörungen in aller Regel auch eine körperliche, oder besser gesagt biochemische Ursache haben.
Also dass biochemische, funktionelle Störungen somatopsychische Reaktionen auslösen und zu den genannten Krankheitsbildern beitragen.

Von psychosomatischen Störungen spricht man also meist, wenn körperliche Symptome vorhanden sind, für diese jedoch keine organische Ursache gefunden wird.


Psychosomatische Beschwerden: ich kann nur finden, wonach ich suche.

Die Schulmedizin orientiert sich in ihrem Vorgehen an den so genannten Leitlinien. Diese geben vor, welche Untersuchungen in welchem Fall durchzuführen sind, und sollen eine Entscheidungshilfe bei der Frage nach der angemessenen Behandlungen einer Krankheit sein.

Die gängigen Vorgehensweisen in der allgemeinärztlichen Praxis sind aus meiner Sicht deshalb meist sehr allgemein, und weit entfernt von individuellen Betrachtungen und Herangehensweisen. Der „Vorteil“: die Kosten werden in aller Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Nachteil: viele der eingesetzten Verfahren zeigen nur dann auffällige Werte, wenn schon eine erhebliche Schädigung vorliegt. So eine Schädigung entsteht meist über einen mehr oder weniger langen Zeitraum. Sie könnte mit den heute zur Verfügung stehenden Methoden häufig schon im Entstehungsprozess erkannt, und zielgerichtet behandelt werden.

Für mich ist jeder Mensch einzigartig, und die Ursachen und auch die Behandlung von Symptomen und Erkrankungen müssen diese Einzigartigkeit meiner Meinung nach berücksichtigen. In meiner Arbeit heißt das, dass ich bei der Diagnostik ganz individuell (in Absprache mit meinen PatientInnen) entscheide, welche Untersuchungen im Einzelfall Sinn machen.

Bei der Entstehung von körperlichen und psychischen Problemen spielen eben auch sehr individuelle Faktoren eine Rolle, die auf der körperlichen Ebene zu Ungleichgewichten führen.
Und damit zu Störungen, denen eine biochemische Ursache zugrunde liegt.

Diese Ursachen kann man messen.
Ganz wissenschaftlich, im akkreditierten Labor, mit Blut-, Urin- oder Stuhluntersuchungen. Oder auch mit bestimmten Geräten.

Das Problem: Diese Messungen und die Möglichkeiten die sich daraus ergeben sind vielen Hausärzten und anderen Medizinern nicht geläufig, und werden teilweise sogar als „esoterisch“ bezeichnet. Derweil werden sie von immer mehr funktionell-medizinisch arbeitenden Ärzten und anderen Therapeuten mit großem Erfolg angewendet.



Psychosomatische Erkrankungen ganzheitlich angehen
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Psychosomatische Erkrankungen und funktionelle Medizin

Die funktionelle Medizin (englisch: functional medicine) sucht nach den Ursachen von Krankheiten und setzt in der Therapie an der Wurzel des Problems an.

Wir wissen beispielsweise mittlerweile recht sicher, dass für die Energiegewinnung in den Zellen (genauer gesagt, in den Mitochondrien, unseren Zellkraftwerken) viele verschiedene Mikronährstoffe erforderlich sind. Wenn diese fehlen, wird weniger Energie produziert und die betreffende Person fühlt sich müde. Wenn als jemand müde ist, schauen wir, ob es Beeinträchtigungen in der Funktion der Mitochondrien gibt, und welche das sind. Und adressieren des Problem mit geeigneten Mitteln.

In der funktionellen Medizin fragen wir immer nach den Ursachen. Also in obigen Beispiel: warum funktionieren die Mitochondrien nicht richtig? Wieso gibt es einen Nährstoffmangel, wenn die Person sich doch gut und ausgewogen ernährt? Gibt es möglicherweise ein Problem im Darm und folglich eine gestörte Aufnahme von Nährstoffen? Woher kommt das Problem im Darm? Gibt es eine Belastung mit Schadstoffen? Nahrungsmittelunverträglichkeit? Andere Störungen, die sich negativ auf den Darm auswirken und deshalb ausgeglichen werden sollen?

Das ist mitunter Detektivarbeit, und braucht manchmal etwas Geduld. Aber auch das Thema Eigenverantwortung und die Bereitschaft, den eigenen Lebensstil zu verändern, spielen eine Rolle und sind entscheidend für den Erfolg der Therapie.

Die Investition in Diagnostik und Therapie nach den Prinzipien der funktionellen Medizin lohnt sich, und zahlt sich vor allen Dingen lägerfristig aus. Denn es geht ja nicht nur darum, ein langes Leben, sondern vor allen Dingen ein gesundes Leben zu leben. Es ist wichtig, nicht erst aktiv zu werden, wenn die Krankheit bereits voll ausgeprägt ist. Sondern idealerweise schon frühzeitig um funktionelle Störungen und sich daraus entwickelnde Krankheiten zu wissen.

In der funktionellen Medizin schauen wir einfach wesentlich früher und genauer hin. Ganz besonders auch dann, wenn es hartnäckige oder unerklärliche Symptome gibt. Mit dem Ziel, dass du sie nachhaltig los werden, und möglichst lange gesund, leistungsfähig und mit viel Daseinsfreude leben kannst.



Was tun bei psychosomatischen Erkrankungen?

Weiter oben habe ich es schon angedeutet, und sage es hier nochmal. Bitte nicht falsch verstehen: es gibt mit Sicherheit immer auch eine psychische Komponente. Und es ist sicher auch sinnvoll, sich in diesem Bereich, etwa durch eine/n PsychotherapeutIn, unterstützen zu lassen.

Gleichzeitig ist aus meiner Sicht aber ebenso sinnvoll und mitunter entscheidend, einen Blick auf biochemische und zelluläre Abläufe zu werfen:

  • Gibt es Zellstress?
  • Arbeiten die Mitochondrien richtig?
  • Gibt es unentdeckte Entzündungen?
  • Wie ist das Immunsystem aufgestellt? Gibt es ein Ungleichgewicht zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem?
  • Gibt es chronische Infektionen, wie zum Beispiel Borreliose, EBV?
  • Liegt eine Belastung mit Toxinen vor (Schwermetalle, Glyphosat, u.a.)?
  • und andere mehr.

All diese Fragen können mit relativ einfachen Laboruntersuchungen geklärt werden.



Psychosomatik und funktionelle Medizin
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Ist es vielleicht Long- oder Post-Covid?

Das bringt uns zu einem weiteren großen Thema, das man vielleicht auch unter den chronischen Infektionen auflisten könnte, dem ich an der Stelle aber ungeteilte Aufmerksamkeit schenken will. Denn Betroffene landen, trotz oder wegen vielfältiger körperliche Beschwerden , für die kein Grund gefunden wird, in der Gruppe der Psychosomatiker. Und merken irgendwann, dass trotz vielfältiger Bemühungen sich ihr Befinden alleine mit Stressreduktion, Atemtechniken und psychologischen Therapien nicht wie gewünscht und nicht nachhaltig bessert.

Ich zitiere einen sehr geschätzten Kollegen, Florian Schilling, in seinem Buch „Long-COVID und Post-Vac: Erkennen - verstehen - behandeln“:

„Im Moment werden Betroffene vorwiegend eines: im Stich gelassen. Egal ob LC (Long-COVID) oder PVS (Post-Vaccine Syndrome), viele Mediziner sind mit der Situation überfordert. Selbst engagierte Kolleginnen und Kollegen wissen häufig nicht, wo anfangen, was tun – diagnostisch und therapeutisch. Und da fast alle etablierten Routine-Untersuchungen nichts Stichhaltiges ergeben, wird am Ende eine psychosomatische Störung diagnostiziert. Etwas hässlicher formuliert bedeutet dies: der Patient bildet sich seine Beschwerden nur ein. Dieses nicht-verstanden-werden, nicht-ernst-genommen-werden ist eine enorme zusätzliche Belastung für die Betroffenen.“

Sowohl in Diagnostik als auch in der Therapie gibt es mittlerweile viele Werkzeuge, die auf wissenschaftlichen Daten basieren, und recht zuverlässig erkennen lassen, ob eine Spike-Protein assoziierte Thematik vorliegt, oder ob die Symptome eine andere Ursache haben. Das würde ich bei etnsprechender Anamnese und psychosomatischen Beschwerden, die scheinbar „therapieresistent“ sind, auf jeden Fall klären.

Ein weiteres Zitat aus oben genannten Buch möchte ich hier noch teilen: „Long COVID ist keine psychosomatische Erkrankung. Zwar mögen Antidepressiva und Schmerzmittel in einzelnen fällen Linderung verschaffen, aber sie gehen am eigentlichen Kern des Problems vorbei. Die tatsächlich häufig vorhandenen psychischen Leiden sind vielfach somatopsychisch, d.h. durch handfeste, körperliche Störungen bedingt.“ Und weiter: „Long COVID ist häufiger als viele wahrhaben wollen. […]“



Die psychosomatische Erkrankung neu betrachten

Wenn du oder jemand, den du kennst, schon länger mit einer psychosomatischen Diagnose im Alltag eingeschränkt oder sogar arbeitsunfähig ist, wenn die Gesundheit massiv angeschlagen ist, dann scheint es kaum denkbar, aus diesem Zustand heraus zu kommen. Und ja, es ist riesengroßes Projekt, zurück zur eigenen Gesundheit zu kommen. Auch wenn die To-Do‘s überwältigend scheinen: es ist machbar.

Wichtig ist, geeignete Unterstützung zu finden, und gewillt zu sein, noch mehr Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Dann kann Vieles möglich werden.

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Disclaimer: Alle Hinweise in diesem Text dienen ausschließlich der Information. Sie ersetzen keine fachkundige medizinische Diagnose und Therapie durch HeilpraktikerInnen oder ÄrztInnen.
Grundsätzlich soll bei keiner der aufgeführten Empfehlungen der Eindruck erweckt werden, dass dadurch Linderung oder Besserung eines Krankheitszustandes garantiert oder versprochen werden kann. Die Darstellung gesundheitlicher Zusammenhänge in meinen Texten weicht mitunter vom allgemein anerkannten Stand der Medizin und Wissenschaft ab.
Es obliegt der eigenen Verantwortung zu entscheiden, inwieweit die vorgestellten Empfehlungen ergänzend zur üblichen schulmedizinischen Behandlung anwendbar sind.


Quellenangaben finden sich im Fließtext



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